Einteilung von Flugzeuggruppen – ICAO, AzB08, Fraport AG

Flugzeuge werden aus unterschiedlichen Gründen von mehreren Stellen in Gruppen eingeteilt. Dabei werden je nach Ziel der Einteilung auch verschiedene Kriterien verwendet. Es existieren u.a. folgende Einteilungen:

ICAO (Internationale Zivile Luftfahrtbehörde): Einteilung in Wirbelschleppenkategorien damit der  nötige Abstand zwischen zwei Maschinen eingehalten werden kann um Gefahren zu vermeiden.  Die Einteilungen sind im Dokument 8643 der ICAO veröffentlicht.

AzB 08 (Anleitung zur Berechnung von Lärmschutzbereichen 2008) bzw. AzD (Anleitung zur Datenerfassung über den Flugbetrieb): Die Einteilung dient der Berechnung von Fluglärmschutzbereichen, die Maschinen werden in unterschiedlichen Flugzeuggruppen kategorisiert.

Fraport AG: Die Einteilung der Fraport AG in 16 Lärmklassen (voraussichtlich ab dem 01.01.2013) dient zur Ermittlung der lärmbezogenen Lande- und Startentgelte, die eine Airline für eine Maschine  zahlen muss.

Die drei unterschiedlichen Einteilungen werden in der Diskussion um Fluglärm und Aktiven Schallschutz immer wieder herangezogen. Um hier einen besseren Überblick zu erhalten, werden im Folgenden für die 20 häufigsten Maschinentypen, die in Frankfurt starten und landen, die drei Einteilungen nebeneinandergestellt.

 

Hinweis: Regelung am Flughafen Frankfurt

Landung von Heavies auf der Nordwest-Landebahn
Auf der Nordwest-Landebahn (25R /07L) dürfen Maschinen der Typen MD11, A380 und B747 aus Lärmgründen und wegen der Landebahnlänge nicht landen. Diese drei Maschinentypen gehören in die ICAO-Kategori Heavy bzw. Super-Heavy. Dies bedeutet aber nicht, dass alle Maschinen dieser Kategorien ebenfalls nicht auf der Nordwest-Landebahn landen dürfen. Andere Heavies (z.B. A340) dürfen hier landen.

Nutzung der Südumfliegun von Heavies
Ab September 2012 starten auch Maschinen der ICAO- Kategorie Heavy über die Südumfliegung, allerdings nur die Maschinen, die 3 oder 4 Motoren haben. Heavies mit 2 Motoren starten zunächst weiter über die Nord-West- Abflugstrecken.

 

Detaillierte Erläuterung der Kategorien, die für die häufigsten Maschinen am Flughafen Frankfurt gelten:

ICAO:
Light:                 MTOW < 7t
Medium:           MTOW 7t bis 136t
Heavy:              MTOW >136 t
Super Heavy:  Flugzeugtyp  A380

Definition MTOW:
Engl: maximum take off weight > das Höchstabfluggewicht einer Maschine

Diese Kriterien gelten für das vorausfliegende Flugzeug, je nach dem zu welcher Kategorie das nachfolgende Flugzeug gehört muss es bestimmte Abstände  und Zeiten einhalten um nicht  in Wirbelschleppen zu geraten (häufig verwendeter Begriff hierzu: Staffelungsabstand). Infos dazu finden Sie auf der Internetseite der ICAO www.icao.int.

 

AzD 2008
S 5.1: Strahlflugzeuge mit einer Höchststartmasse (MTOM) bis 50 t, die den Anforderungen des Anhangs 16 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band I, Kapitel 3 oder Kapitel 4 entsprechen.

S 5.2: Strahlflugzeuge mit einer Höchststartmasse (MTOM) über 50 t bis 120 t und einem Triebwerks-Nebenstromverhältnis größer als 3, die den Anforderungen des Anhangs 16 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band I, Kapitel 3 oder Kapitel 4 entsprechen und im Jahr 1982 oder danach gebaut wurden.

S 6.2: Strahlflugzeuge mit drei oder vier Triebwerken und einer Höchststartmasse (MTOM) über 120 t bis 300 t, die den Anforderungen des Anhangs 16 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band I, Kapitel 3 oder Kapitel 4 entsprechen und im Jahr 1982 oder danach gebaut wurden. Das Luftfahrzeugmuster Airbus A340 ist von dieser Gruppe ausgenommen, da es in der Gruppe S 6.3 gesondert erfasst wird.

a) Starts mit Luftfahrzeugen der Luftfahrzeuggruppe S 6.2, deren aktuelle  Startmasse bis 70 % der Höchststartmasse (MTOM) beträgt.

b) Starts mit Luftfahrzeugen der Luftfahrzeuggruppe S 6.2, deren aktuelle Startmasse mehr als 70 % der Höchststartmasse (MTOM) beträgt.

S 6.3: Luftfahrzeuge des Luftfahrzeugmusters Airbus A340

S 7:     Strahlflugzeuge mit drei oder vier Triebwerken und einer Höchststartmasse (MTOM) über 300 t bis 500 t, die den Anforderungen des Anhangs 16 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band I, Kapitel 3 oder Kapitel 4 entsprechen.

a)  Starts mit Luftfahrzeugen der Luftfahrzeuggruppe S 7, deren aktuelle Startmasse bis 70 % der Höchststartmasse (MTOM) beträgt.

b)  Starts mit Luftfahrzeugen der Luftfahrzeuggruppe S 7, deren aktuelle Startmasse mehr als 70 % der Höchststartmasse (MTOM) beträgt.

a/b) Landungen mit Luftfahrzeugen der Luftfahrzeuggruppe S 7

P 2.1: Propellerflugzeuge mit einer Höchststartmasse (MTOM) über 5,7 t, die den Anforderungen des Anhangs 16 zum Abkommen über die Internationale Zivilluftfahrt, Band I, Kapitel 3, Kapitel 4 oder Kapitel 10 entsprechen.

 

Fraport AG*:
Lärmkasse 1:    LAX ≤ 76,9 dB(A)
Lärmklasse 2:   LAX 77,0 bis 77,9 dB(A)
Lärmklasse 4:   LAX 79,0 bis 79,9 dB(A)
Lärmklasse 5:   LAX 80,0 bis 80,9 dB(A)
Lärmklasse 6:   LAX 81,0 bis 81,9 dB(A)
Lärmklasse 7:   LAX 82,0 bis 82,9 dB(A)
Lärmklasse 8:   LAX 83,0 bis 83,9 dB(A)
Lärmklasse 9:   LAX 84,0 bis 84,9 dB(A)
Lärmklasse 10: LAX 85,0 bis 85,9 dB(A)
Lärmklasse 11: LAX 86,0 bis 86,9 dB(A)
Lärmklasse 12: LAX 87,0 bis 87,9 dB(A)
Lärmklasse 14: LAX 89,0 bis 89,9 dB(A)

*diese Einteilung gilt ab 01.01.2013. Die bis 31.12.2012 gültige Einteilung finden Sie auf der Internetseite der Fraport AG http://www.fraport.de/content/fraport-ag/de/produkte_services/flug-_und_terminalbetrieb/flughafenentgelte.html

Definition LAX:
Der LAX ist ein mit dem LAeq eng verwandter Parameter, mit dem einzelne Fluglärmereignisse erfasst werden können. Dabei wird die Schallenergie auf eine Sekunde normiert. Der LAX wird aus dem Maximalpegel und der so genannten t10- Zeit folgendermaßen berechnet:

LAX = LASmax + 10 log (t10/tref) – 3 dB          (tref = 1 Sekunde)

Unter der (t10-Zeit) eines Flugereignisses wird die Zeit verstanden, in der der LAS,max (1s) größer als –10 dB des Maximalwertes ist.

 

 

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