Monitoring der Luftschadstoffe startet im Mai 2012

Aktuelle Diskussion

Die aktuelle Diskussion über die Auswirkungen des Flugverkehrs am Frankfurter Flughafen auf die Gesundheit der Bevölkerung, dreht sich in erster Linie um das Thema Fluglärm.  Verstärkt werden aber auch Befürchtungen über eine mögliche negative Wirkung von Schadstoffen wie z.B. Abgasen und Kerosin, durch den Flugverkehr laut.

Anwohner berichten über Ölfilme im Teich oder Swimmingpool, vermehrte Probleme mit den Schleimhäuten (Augen, Nase) sowie einer verstärkten Belästigung durch einen typischen „Flughafengeruch“.  Die Angst um die eigene Gesundheit und fehlende Informationen darüber, welche Stoffe durch Flugverkehr freigesetzt werden und welche Wirkung sie haben, erhöhen dich Unsicherheit der Menschen.

Monitoring von Luftschadstoffen

Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus nimmt die aktuelle Diskussion auf und  startet Mitte Mai 2012 ein Monitoring der Immissionen von Luftschadstoffen. Gemeinsam mit dem Hessischen Umweltministerium und des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie, nimmt das UNH eine Messstelle für Luftschadstoffe in Betrieb. Diese wird für ein Jahr auf dem Frankfurter Lerchesberg aufgestellt, nachdem sie dann für ein Jahr in Flörsheim messen wird. Weitere Standorte werden dann bestimmt.

Die Messung von jeweils 12 Monaten berücksichtigt Unterschiede im Sommer- und Winterflugplan (z.B. unterschiedliche Bahnenbelegung und Flugzeugmix)  sowie jahreszeitlich bedingte Wetterunterschiede. Eine Vergleichbarkeit mit anderen Messstellen (z.B. in Raunheim) ist bei einer Erhebung über ein Jahr sehr gut.

Wir messen, damit Sie wissen

Luftmessstelle Wir messen, damit Sie wissen

Gemessen werden neben den standardmäßig erhobenen Schadstoffen, vor allem die Konzentration der Schadstoffe, die mit dem Luftverkehr in Verbindung gebracht werden:

– Schwefeldioxid

– Stickstoffmonoxid und -dioxid

– Feinstaub (PM10)

– Kohlenmonoxide

– Gesamtkohlenwasserstoffe

– Ruß

(Detaillierte Informationen über diese Stoffe finden Sie auf der Internetseite des HLUG )

Auch meteorologische Parameter werden erfasst, ein Windmast misst so z.B. die Windrichtung und Windgeschwindigkeit in 10m Höhe. Diese können einen Einfluss auf die Verteilung von Schadstoffimmissionen haben. Durch ein sogenanntes  Passivsammelverfahren (das sind Geräte, die ohne Energieverbrauch Schadstoffe aus der Luft aufnehmen und ansammeln. Sie zeigen, wie viel einer bestimmten Substanz über einen gewissen Zeitraum in der Luft waren.) wird auch der Jahresmittelwert der Benzolkonzentration erhoben, untersucht  und beurteilt.

Für eine Optimierung der Vergleichbarkeit, werden an der Messtelle Raunheim (diese Messstelle gehört zum regulären Luftmessnetz des HLUG) Messungen der Gesamtkohlenwasserstoffe aufgenommen. Die Messstation in Raunheim ist besonders geeignet dafür, da sie sich unter der Anflugroute befindet. Ein Vergleich ist aber auch mit solchen Messstellen interessant, die nicht in der Nähe des Flughafens aufgestellt sind. Dies ist ohne Probleme möglich, da die Messstelle des UNH in das Luftmessnetz des Landes Hessen  integriert wird. Auf der Internetseite des HLUG sind die Ergebnisse der UNH-Messstelle und der anderen Messstellen einsehbar.

Zur Inbetriebnahme der Messstelle auf dem Lerchesberg am 16.05.2012 kamen neben Umweltministerin Lucia Puttrich, Vertreter des HLUG und des UNH. Auf einer anschließenden Pressekonferenz wurde das Konzept des Monitoring der Luftschadstoffe detailliert dargestellt und Fragen der Pressevertreter beantwortet. Auch Anwohner des Lerchesbergs waren zur gleichen Zeit vor Ort um ihrem Protest zu zeigen und mit den Anwesenden über die Themen Fluglärm, Luftschadstoffe und Flughafenausbau zu diskutieren.

Zentrale Monitoringstelle

Das Umwelt- und Nachbarschaftshaus versteht sich als zentrale Monitoringstelle. Das Fluglärm-, Umwelt- und Gesundheitsmonitoring, wird nun durch das Monitoring der Luftschadstoffe ergänzt. Ziel des UNH ist es den Bürgerinnen und Bürgern die Informationen an die Hand zu geben, die sie benötigen um sich eine eigene Meinung zu bilden. Grundsatz des UNH ist es bei allen Monitorings, so auch bei der Messung der Luftschadstoffe, fachlich fundierte und wissenschaftlich begründbare Methoden anzuwenden und die Untersuchung auf eine korrekte, wissenschaftliche Basis zu stellen. Nur dies gewährleistet eine hohe Qualität, Aussagekraft und nicht zuletzt fachliche Anerkennung der Ergebnisse und dient damit der qualitativ hochwertigen Information der Bürgerinnen und Bürger.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesundheit, Umwelt abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.