Flughöhen über Wiesbaden Teil 1

Sei der Verschiebung des nördlichen Gegenanfluges und die Absenkung des Luftraumes sowie die damit verbundene geringere Überflughöhen  wird in Wiesbaden über Flughöhen diskutiert. Die Stadt sah sich veranlasst zwei Gutachten dazu in Auftrag zu geben, das über eine Analyse des Vorher-Nachher-Zustandes Auskunft über das Ausmaß der Veränderungen geben sollte. Diese Analysen umfassten jeweils einen Zeitraum von 17 Tagen der Betriebsrichtung 07. Das UNH hat eine eigene Untersuchung der Überflughöhen in Wiesbaden durchgeführt und dabei nicht nur einen Zeitraum von wenigen Tagen, sondern von mehreren Monaten analysiert. Diese eigene Analyse wurde erstellt, da die Aussagen der beiden genannten Gutachten eine massive Verschlechterung für Wiesbaden in jeder Hinsicht darstellte, allerdings der Untersuchungszeit raum lediglich über wenige Tage ging.

 

Auswertungsinstrument: Durchflugtore

Für die Analyse wird ein durch das UNH selbst entwickeltes Analyseinstrument verwendet. Damit kann an beliebiger Stelle und Ausdehnung ein virtuelles Durchflugtor  im Raum konstruiert werden. Gewöhnlich wird als idealer Ausgangspunkt die x-y-Koordinate der Flugstrecke genutzt. Die Ausdehnung des Tores in der Breite entspricht üblicherweise dem sogenannten Flugerwartungsgebiet, also jeweils 1852m (dies entspricht 1nm) in jede Richtung. Die Höhe des Tores wird individuell nach der zu betrachtenden Flugroute bestimmt. Die Auswertungen des UNH basieren auf den Fanomos-Daten der DFS, die dem UNH direkt durch die DFS überlassen werden. Die Daten sind identisch mit denen, die die DFS für Stanley-Track verwendet – allerdings nicht vergröbert. Aus diesen Daten werden mittels komplexer Verfahren der linearen Algebra über interpolierte Koordinatenberechnungen der Flugspuren Durchflüge durch das Tor ermittelt. Diese Schnittpunkte können dann nach Zeit, Landung oder Start, Runway und weiteren Kriterien ausgewertet werden.

Folgenden Abbildungen zeigen Beispiele eines Durchflugtores in zwei Ansichtsvarianten. Diese Darstellung ermöglicht einen ersten Eindruck von der Konzentration der Überflüge. Jede rote Markierung stellt einen Flug dar.

 

Auswertungen des Gegenanfluges für Wiesbaden

Definierte Durchflugtore

Für die Analyse wurden 2 Tore über Wiesbaden definiert. Tor 1 befindet sich über Wiesbaden Biebrich auf den Koordinaten 44° 56‘ 67‘‘ N, 55°43‘407‘‘ E. Tor 2 wurde über Wiesbaden, Konrad-Adenauer-Ring auf den Koordinaten 44° 51‘ 22‘‘, 55°45‘ 726‘‘ gebildet. Die Höhe der Tore umfasst 4000 m, die Breite je 1852 m.

Bei den Auswertungen ist zu berücksichtigen, dass alle Angaben die auf den Radaraufzeichungen der DFS beruhen, Abweichungen in folgendem Umfang haben können:

Plus/minus 200 m im Geradeausflug, plus/minus 400 m im Kurvenflug und plus/minus 100m Höhendifferenz. Diese Ungenauigkeiten sind technisch bedingt durch die Rotationszeit des Radars und die daraus sich ergebenden möglichen Ungenauigkeiten in der Interpolation zwischen zwei Erfassungspunkten.

 

Verschiebung des Gegenanflugs

Die Betrachtung der Durchflugtore kurz vor  (1.3.2011-2.3.2011) und kurz nach (15.3.2011-16.3.2011) der Änderung der Gegenanflüge zeigt, dass das Gebiet verschoben, jedoch nicht größer geworden ist. In beiden Fällen zeigt sich ein gewisser Anteil an Überflügen der nördlich zur Flugroute verläuft, nach Süden zu ist der Anteil erheblich geringer.

Tor 1 Biebrich über der alten Route, 1.3.-2.3.2011

 

Tor 2 Konrad-Adenauer-Ring über der neuen Gegenanflugroute, 15.3.-16.3.2011

 

Untersuchungseckdaten für den 5-Monatsvergleich

Es wurden 5 Zeiträume (ZR) in die Auswertung einbezogen:

ZR1: Februar/März 2011 (vor Veränderung der Gegenanflüge und Absenkung des Luftraumes)

ZR2: April 2011 (nach Einführung, 3 Wochen Karenzzeit zur Eingewöhnung)

ZR3: Juli 2011 (Sommerflugplan, Ferienzeit)

ZR4: August 2011

ZR5: September 2011

Es wurde zunächst nicht nach Betriebsrichtungen gefiltert, so dass die Tore beide Betriebsrichtungen darstellen. Die Auswertung wurde dann nach Gesamt (also beiden Betriebsrichtungen zusammen) sowie Betriebsrichtung 07 ausgewertet, die Betriebsrichtung 25 ist für Wiesbaden weniger relevant, daher wurde hier auf separate Berechnungen verzichtet.

Die Durchflugsituation in der 3D-Darstellung:

Abb.: Feb./März Tor Biebrich

 

 

Abb.: April Tor Konrad-Adenauer-Ring

 

Abb.: Juli Tor Konrad-Adenauer-Ring

 

Im Vergleich der drei Abbildungen ist erkennbar, dass die Flugstrecken im Februar/März vor Verschiebung der Gegenanflüge erheblich mehr aufgefächert scheinen, es zeichnen sich 2 Schwerpunkte ab wohingegen die neue Route eine eindeutige laterale Konzentration auf die Flugroute mit starker vertikaler Staffelung zeigt.

 

 


 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Fluglärmmonitoring abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.